Bericht: Wieslocher Woche 10.11.1983
Altwieslocher Verkehrssituationen heftig diskutiert
Veranstaltung des Stadtteilvereins über „Unfallursachen und Unfallschwerpunkte“
In Altwiesloch wurden beim Vortragsabend des Stadtteüvereins über „Unfallursachen und Unfallschwerpunkte“ alle Teilnehmer am Straßenverkehr angesprochen. So eröffnete K. Maier mit einer kurzen Einführung den Abend. Mit dem Polizeibeamten Gattringer stand zudem ein erfahrener und ortskundiger Beamter der Polizeidirektion Heidelberg als Referent zur Verfügung, der besonders in der Abteilung Verkehrswesen und Verkehrserziehung tätig ist. Nach einer kurzen Übersicht über die allgemeinen Verkehrsverhältnisse und einem Blick in die Unfallhäufigkeits-Statistik waren die Teilnehmer schnell bei den speziellen Verkehrsproblemen in ihrem Stadtteil. So mußte leider festgestellt werden, daß die meisten Unfälle auf nicht angepaßte Geschwindigkeit zurückzuführen sind. Denn – so der Polizeifachmann – „oft sind auch maximal 50 km zu schnell“. Bei der richtigen Geschwindigkeit spielen oft viele Faktoren eine Rolle, wie z. B. Wetterverhältnisse, Fahrbahnbreite, Fahrbahnbeschaffenheit, Straßeneinsicht und vieles mehr. Daß Altwiesloch mit seinen stark frequentierten Durchgangsstraßen unter den Schnellfahrern leidet, zeigen die ständig in verschiedensten Abständen gemachten Radarkontrollen. Besonders die Kreuzung am „Rosenbuckel“ wurde von den Altwieslochern heiß diskutiert. Bei allen Überlegungen waren sich die Anwesenden jedoch einig, daß eine Ampelanlage an dieser Kreuzung für alle Anwohner und auch Kraftfahrer die schlechteste Lösung mit allen möglichen Nachteilen für die Altwieslocher Bürger wäre. Herr Gattringer machte deutlich, daß alle Verkehrsteilnehmer, auch die sogenannten Schwachen (sprich: Fußgänger) Partner im Straßenverkehr werden müssen. Wenn alle Verkehrsteilnehmer auf unseren Straßen mehr Rücksicht auf den anderen nehmen, brauchten viele Gefahrensituationen erst gar nicht zu entstehen. Stark beklagt wurde von Altwieslochern das Mopedfahren sowie das Schleppen der Fahrräder durch Mofas auf dem doch sehr nützlichen Radweg bei der schwarzen Brücke. Hier forderten einige Radfahrer bessere Kontrollen durch die Ordnungsorgane. Auch das Zuparken der Gehwege durch rücksichtslose Pkw-Lenker wurde beklagt. Herr Gattringer appellierte an alle Gäste, sich einiges von diesem Abend zu Herzen zu nehmen und – was besonders wichtig ist – an alle Eltern, immer wieder auf ihre Kinder einzuwirken, damit alle Partner auf unseren Straßen werden. Zum Ende der Veranstaltung konnten im lockeren Gespräch manche gute Ratschläge und Tips ausgetauscht werden. A.W.